der dealer

In unserer Arbeit möchten wir unseren fiktiven Charakter Udo vorstellen. Anhand seiner Wohnsituation zeigen wir unterschiedliche soziale Begegnungen und wie diese den Alltag prägen können. Durch die Aufteilung in virtuelle und physische Kontakte, wird die emotionale Lage von Udo ersichtlich und anhand seiner Einrichtung widergespiegelt.

Udo ist Mitte 40, arbeitslos, alleinstehend und fühlt sich oft einsam, da er kaum soziale Kontakte hat. Um diese Gefühle zu kompensieren konsumiert Udo täglich Cannabis. Dies stellt eine finanzielle Belastung für ihn dar, deshalb verkauft er die Droge, um das Geld für seinen Eigenbedarf zu erwirtschaften. Auch wenn er dadurch physische Begegnungen mit den Kund*innen erlebt, bleiben diese oberflächlich. Die Kommunikation ist bei dieser Interaktion auf das Geschäftliche beschränkt.
Die fehlende emotionale Bindung zu anderen Menschen sucht er bspw. in online Rollenspielen. Er erhält dort die nötige Aufmerksamkeit und Anerkennung und kann sich frei ausdrücken.

Sein Wohnzimmer ist das Zentrum seines Lebens, er schafft es aber nicht Ordnung zu halten und es ist chaotisch und verdreckt. Das schmuddelige Bild wird von diversen Verpackungen, teils vergammelten Essensresten und seinem überfüllten Aschenbecher dominiert. Die Atmosphäre im Raum ist verraucht und bedrückendd, beleuchtet wird der Raum durch flackernde Monitore und eine kleine Tischlampe.

Bei unserer Rauminstallation haben wir einen besonderen Wert auf das interaktive Erleben gelegt. Der/Die Besucher*in kann auf dem Sofa in eine Helminstallation hineinkriechen, um dort in die virtuelle Welt einzutauchen. Im Helm hört man den Sound passend zum abgefilmten Game Play.. Die veränderte Akustik und das abgeschottete Gefühl im Helm verstärken dabei das Gefühl, die Realität zu verlassen und in die virtuelle Welt zu wechslen. Es entsteht ein neuer Blickwinkel auf die Dinge.


„Man kann sich die Person Udo genau vorstellen“ – Anonymer Besucher
„Bei diesem Anblick muss über meine eigenen Wohnsituation nachdenken“
– eine Studentin der FH Dortmund
„Sieht wie bei mir Zuhause aus“ – Student der FH Dortmund
„Oh Mann, das triggert mich zu sehr“ – anonyme Besucherin
„Schön absurd – das gefällt mir!“ – Dozent der FH Dortmund
„Oh, das Wohnzimmer meines Dealers“ – anonymer Besucher
„Das Wohnzimmer kennt man ja“ – diverse Besucher*innen

Projekt und Text : Manuel Munz, Merve Aydin, Sarah Linder, Öznur Sari / Seminar : Raumbilder – Wohnen in der Möglichkeit / Dozentin : Nora Fuchs / Fotografie : Manuel Munz, Merve Aydin, Sarah Linder, Öznur Sari, Varun Krishnan