Kitsch as Kitsch can

Was ist „Kitsch“? Wann ist etwas kitschig? Lässt sich „Kitsch“ überhaupt definieren? Oder ist „Kitsch“ ausschließlich eine subjektive Empfindung? Im Seminar „Kitsch as Kitsch can“, angeleitet von Prof. Nora Fuchs, haben sich die Studierenden mit genau diesen Fragen auseinandergesetzt.

Kitschobjekt – Katharina Thrun

„Kitsch ist wenn nicht salonfähig, so doch tolerierbar geworden.“

-Gerhard Schulze

Mariele Key – Marie Schönenborn – Natascha Kovacs – Muhittin Cetinel – Megean Scott – Lynn Lipka

Ausgehend von einem persönlich ausgewählten Kitschobjekt und begleitend von anschließenden Diskussionen über die Definition der Begrifflichkeit an sich, haben sich schließlich freie künstlerische Arbeiten entwickelt.

Gemeinsam haben die Studierenden ihre subjektiven Empfindungen, zu dem was Kitsch für sie bedeutet, ergründet, reflektiert und diskutiert. Einige Überschneidungspunkte konnten dabei herausgearbeitet werden – die Materialität, der Konsum und die Herstellung spielen eine tragende Rolle bei der Ein- bzw. Zuordnung eines Objektes in die undefinierbare Kategorie des Kitsches.

„find your inner jesus“ – Marie Schönenborn – Fotograf: Jonathan Mahlendorf

„Ich warne dich, leichtfertig mit dem Ausdruck Kitsch umzugehen.“

-Frank Wedekind

„Schultüte“ – Megean Scott

„Mimikry“ – Lynn Lipka – Fotografin: Mia Ter Horst

„Kitsch in der Mode“ – Natascha Kovacs – Fotografin: Eva Kovacs

„shine bright“ – Mariele Key / Fotografin: Mia Ter Horst

„Beifang“ – Muhittin Cetinel

„Goldwasser“ – Katharina Thrun

Demnach behandeln die entstandenen Arbeiten unterschiedlichste Thematiken und spiegeln die verschiedenen Ausdrucksformen von Kitsch in ihrer Gestaltung. Bei einigen Studierenden liegt der Ursprung ihrer Arbeit in der Auseinandersetzung mit kulturellen oder religiösen Fragen. Andere konzentrierten sich mehr auf die Adaption oder Vervielfältigung der, von den Kitschobjekten vorgegebenen, Gestaltungsmitteln.

Das Seminar hat eine vielfältige Kollektion aus Arbeiten hervorgerbacht, welche „Kitsch“ als ironisches und schrilles, ästhetisches und ausdrucksstarkes Werkzeug für Design, Kunst und Szenografie versteht.

Literaturverzeichnis

Schulze, Gerhard (1992): Die Erlebnisgesellschaft, Kultursoziologie der Gegenwart, in: Ute Dettmar, Thomas Küpper (Hrsg.), Kitsch, Texte und Theorien, Ditzingen: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag. 2007, S.10.

Wedekind, Frank (1921): Kitsch. Entwurf zu einem Drama und erste Niederschrift verschiedener Szenen, in: Ute Dettmar, Thomas Küpper (Hrsg.), Kitsch, Texte und Theorien, Ditzingen: Reclam,
Philipp, jun. GmbH, Verlag. 2007, S.8.