Wohnen in der Möglichkeit

Annelot Meines / Julia Skira / Gesa Meyer Salget / Elena Chekrygina

Was bedeutet Wohnen? Wo beginnt es und wo endet es? Welche Wirkung hat unsere Wohnumgebung
auf uns und wie gestalten wir diese? Was passiert wenn wir unseren Wohnraum teilen und
wie machen wir einen Raum zu unserem Raum?
Vier unterschiedliche Überlegungen und Ansichten, hinein montiert in je neun Kubikmeter Proberaum.
Die Ausstellung fand im Garten des Fachbereich Design im Sommer 2016 statt.
Betreut von Prof. Nora Fuchs

Vernissage

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ANNELOT MEINES
„The lights in the hallway“

Ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit.
Das ehemalige Kinderzimmer ist etwas ungreifbar persönliches,
das aus Bruchstücken der Erinnerung wieder aufgebaut wird.
Nur die Betrachter wissen, wie ihr jeweiliges Kinderzimmer aussah,
wie es sich anfühlte und wie es sich auch niemals
mehr anfühlen wird.

Eine Videoinstallation.

Text und Film: Annelot Meines.

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GESA MÜLLER SALGET

Unordnungssysteme
Das Leben im Kompromiss

Unordnungssysteme, zunächst wirkt dieser Begriff paradox,
zeichnet sich Unordnung nicht gerade durch das Fehlen eines Systems aus?
Im Grunde ist diese Vermutung natürlich richtig, doch gibt es einen Ort,
der wie kein Zweiter ein Spannungsfeld zwischen Ordnung und Unordnung erzeugt:

Die WG-Küche.

Je größer die Wohngemeinschaft desto mehr Ordnungssysteme existieren und
desto mehr Verhandlungs- und Kompromissbereitschaft bedarf es diese unterschiedlichen
Systeme in einem gemeinsames System zu überführen. Je verschiedener die Auffassung über Ordnung,
desto schwankender und undefinierter ist das gemeinsame Ordnungssystem und daher trifft der
Begriff Unordnungssystem vielmehr auf diese Situation zu.

In dieser Arbeit werden 500 WG-Anzeigen aus 5 Städten, die auf der Internet-Plattform WG-Gesucht
eingestellt wurden, auf die Erwähnung dieser Unordnungssysteme hin untersucht und ausgewertet.
Es werden diesbezügliche Zitate und Fotos der WG-Küchen, unter Nennung einiger
Fakten über die Wohngemeinschaft, gegenübergestellt. Die Anzeigen sind
dabei als Quelle besonders spannend, da es sich um die Selbstdarstellung
der jeweiligen WG handelt.

Gezeigt wird ein Netzwerk aus Tape in der dreidimensionale Ebene, welches sowohl die
Materialquelle, also das Internet, als auch das Beziehungsnetz einer
Wohngemeinschaft widerspiegelt.

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JULIA SKIRA

„Hinter den Fassaden“

Der Alltag findet tagtäglich in Häusern und Wohnung statt.
Die winzig kleinen in Streichholzschachteln hinein gebauten Räume zeigen unterschiedliche Szenen,
die Wand an Wand dicht nebeneinander gleichzeitig stattfinden. Diese können banale Bedeutung haben,
können dramatisch sein, komisch, schön, grausam…. Private Ereignisse prägen wiederum das eigene
Gefühl gegenüber dem Wohnraum. Die Auswahl der inszenierten Szenen zeigt verschiedene
Situtaionen des alltäglichen Lebens.

Die Streichholzschachteln mit ihrer Größe von 5,5 x 3,5 cm bieten einen Miniaturlebensraum
für Eisenbahnfiguren, welche verschiedene Ereignisse darstellen. Die inszenierten Räume wurden
aus verschiedenen Materialien wie Plastik, Holz, Knetmasse angefertigt und bemalt.

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ELENA CHEKRYGINA

O.T.

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Fotografien Nora Fuchs / Annelot Meines / Gesa Meyer Salget / Julia Skira