THEATER DER KLÄNGE_bauhausbühne 


Ausstellung in der ACC Galerie Weimar: 02.06.2019 – 04.08.2019

Anlässlich des Jubiläumsjahres 100 Jahre Bauhaus entwickelten Studierende aus dem M.A Szenografie und Kommunikation in Zusammenarbeit mit Studierenden des B.A. Film & Sound der FH Dortmund, das Ausstellungskonzept für das Düsseldorfer THEATER DER KLÄNGE e.V., geführt von Prof. J. U. Lensing. Die Ausstellungsplanung wurde für die ACC Galerie in Weimar und das Theatermuseum in Düsseldorf konzipiert. 
Das THEATER DER KLÄNGE ist ein Musik- und Tanztheater, das 1987 in Düsseldorf gegründet wurde und sich seit 32 Jahren immer wieder mit dem Thema Bauhaus beschäftigt hat. Die ersten Arbeiten des THEATERs DER KLÄNGE waren 1987 Neuinszenierungen des Mechanischen Balletts von Kurt Schmidt sowie von Moholy-Nagys Skizze zu einer Mechanischen Exzentrik. Die Arbeit wird bis heute fortgeführt.

Erarbeitet und umgesetzt wurde eine audiovisuelle Raumkonzeption, die den Besucher anhand eines Audioguides und Backstage Flures durch die Räumlichkeiten der ACC Galerie führt. Die Ausstellung macht mit Theateraufführungen bekannt, in denen sich das THEATER DER KLÄNGE direkt oder weiterführend interpretierend mit dem historischen Bauhaus und dessen Bühnenwerken aus den 1920ern auseinandergesetzt hat.

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Angelehnt an die Produktionen, die das THEATER DER KLÄNGE aus seinen Ideen zum Theater des Bauhauses entwickelt hat und immer noch entwickelt, haben Studierende des BA Film&Sound der FH Dortmund für die Ausstellung eine Szenografie und ein Ausstellungsdesign entworfen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Bauhaus der 1920er-Jahre, aber zu gleichen Teilen auch die Aneignungen sowie Weiterführungen der historischen Theaterstücke durch das THEATER DER KLÄNGE. Die Ausstellungsgestaltung orientiert sich genau an diesen Umbrüchen und Neuerungen: So leitet das Treppenhaus — gestalterisch an die Meisterhäuser des Bauhauses in Weimar und Dessau angelehnt — direkt in die Inhalte über. Doch der visuellen Einstimmung, geprägt durch die bekannten Farben, das passende Licht, Grafiken und Typografie, werden auf auditiver Ebene Zitate zum und über das Bauhaus gegenübergestellt. So zeigt schon der Aufgang in die über zwei Stockwerke sich ausbreitende Ausstellung das zentrale Problem, mit dem die Bauhäusler*innen und allen voran Walter Gropius zu kämpfen hatten: Die Ablehnung, Abwendung, Kritik und Angst vor Neuem. Die typografische Gestaltung des Eingangsbereichs soll allerdings auf den Aufbruch und die Visionen des Bauhauses verweisen: So lassen sich Zitate von Gropius selbst finden, die die ‹Liebe zur bildnerischen Tätigkeit› fokussieren und letztlich das Credo Wollen, Erdenken, Erschaffen vertreten. Die erste Etage präsentiert als Entrée den Silberprinzen, eine Weiterführung, basierend auf der Biografie von Walter Gropius. Es folgen Aneignungen durch das THEATER DER KLÄNGE: Das mechanische Ballett, Die mechanische Exzentrik, TRIAS — Das triadische Ballett, Figur und Klang im Raum, HOEReographien und SUITE intermediale. Aber auch die neueste Produktion des THEATERs DER KLÄNGE, Das Lackballett, basierend auf der Idee Oskar Schlemmers, die er im künstlerischen Exil in Wuppertal erdacht hat, ist nun zu sehen und auch im Raum erfahrbar. Diese Präsentation ist eingebettet in unsere Idee von Theater und die labyrinthischen Räume der ACC Galerie. Wir haben ein Backstage-Konzept erarbeitet, das uns die Möglichkeit gibt, Besucher*innen hinter den Vorhang blicken zu lassen. In der zweiten Etage sind die Räumlichkeiten dem Modulor von Le Corbusier, als auch dem Stück Modul|a|t|o|r, der Weiterführung des THEATERs DER KLÄNGE, gewidmet. Einen Ausklang bietet die Fokussierung auf CODA, eine spezielle Weiterführung, da sich diese Auseinandersetzung nicht direkt auf das Bauhaus bezieht, sondern auf Johann Sebastian Bach. Somit wird Bewegung in einen historischen Kontext gesetzt und aufgezeigt, dass eine Bewegung im Tanz in langer Tradition steht. Unsere Ideen zu Klang, Kunst, Musik, Raum, Theater und Text lassen hoffentlich aus einem Flickenteppich etwas Neues, Spannendes, vielleicht sogar Innovatives entstehen. Sind wir nun dem schönen Schein erlegen, oder einfach nur Jäger*innen und Sammler*innen? Was bedeutet das Bauhaus für uns? Es ist definitiv mehr als ein Baumarkt.

Text Annika Becker.

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Betreut von:
Prof. Nora Fuchs M.A. Szenografie und Kommunikation
Prof. J. U. Lensing BA Film & Sound / M.A. Sounddesign

Studierende M.A. Szenografie und Kommunikation:
Annika Becker, Lucas Boelter / Laura Eickhoff / David Fiege,
Jan Firgau, Lara Müller, Leonie Reinders, Janica Smija

Studierende BA Film und Sound:
Robin Heimann, Hendrik Henkemeier, Jan-Michael Hökenschnieder, Carl Lukas Roman Rabl, Finn Timo Tödte.

Mit besonderem Dank an die ACC Galerie und ihr Team.

Fotografie: Prof. Nora Fuchs und Jan Firgau